In der Pause

Was man so vom Opa lernt.

Ich war heute auf der A9 unterwegs und musste, aufgrund von ishaltso, Pause machen. Und wenn ich Pause mache, mach ich mich auch lang. Eine Stunde Schlaf kann echt erholsam sein, sage ich euch.

Ich habe mich also hingelegt und etwa eine dreiviertel Stunde geschlafen, da brüllte etwas neben dem Auto. Ich hatte mich tierisch erschrocken, weil es so richtig übel klang. Ich saß also wie eine 1 im Auto und trat mit voller Kraft auf die Bremse und klammerte mich ans Lenkrad. Keine Ahnung warum ich das gemacht habe, aber vielleicht hatte ich auch Angst plötzlich einfach los zu rollen. Soll es ja geben.

Als ich erleichtert feststellte, dass ich stand (Motor war aus, Handbremse fest angezogen, Gang eingelegt, damit ich genug Platz zum schlafen habe), brüllte es wieder neben mir, gefolgt von einem kleinen Klonk. Ich schaute nach links und sah wie mich ein älterer Herr und 2 junge Jugendliche anstarrten. Als ich nach vorne starrte, sah ich wie ein Kirschkern gerade langsam die Frontscheibe runterschlierte. Das war also das Klonk… Na ganz super.

Und jetzt stellt euch mal bitte 3 Personen vor, die sich im tiefsten und breitestem Urwaldschwäbisch (nicht als Beleidigung gedacht, liebe Schwaben, aber ihr wisst selbst wie sehr euer Dialekt von Dorf zu Dorf variiert, gelle?) unterhalten. Ich gebe das hier nicht im Wortlaut wieder, denn das ist nicht möglich zu verstehen. Ich gebe nur wieder, was ich zweifelsfrei verstanden habe.

Opa – Ja Bub, saga mal, sollscht du denn die Loit bespuhckän?
Junge – Ähm Opa, desch war…
Opa – Jetzt red dich nit raus, Bub! Äntschuldig dich.
Junge – Noi. Du hascht…
Opa – Jetzt äntschuldig dich endlich!
Mädchen – Opa, du hasch das kirschkernle gesp…
Opa – Ah, geh, jetzt mach scho.
Junge – Na gut. Äntschuldigung.

Nun soll mir aber niemand nachsagen ich wäre nachtragend. Bin ich nämlich nicht. Nie! Never! Naja, ab und an. Aber sie weiß was sie getan hat! Also bin ich ausgestiegen, habe von der Beifahrerseite das Fensterputzzeug geholt und einen Lappen und hab es dann dem Trio(le) in die Hand gedrückt. Es wurde zwar etwas gemeckert, aber hey, die Scheibe ist schick. Wenn Schwaben eins können, dann arbeiten. Ich habe mich dann noch im feinsten Hochdeutsch bedankt “Na sehta? Jeht doch. Muss ick denn immer erst böse kiekn? Einfach ditt nächste Mal die Richtung ändern und jut is, wa?” – und bin weiter gefahren. Alles in allem also ein ruhiger Tag.

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