Ein schöner Abend am Falkenhagener See… Oder so…

image

Ihr kennt das. Ihr schnappt euch ein paar Freunde (oder die Liebste, je nach Vorliebe) und wollt einfach nur einen schönen Abend an einem See eurer Wahl verbringen. So einfach so gut. Aber irgendwie scheine ich die Scheiße anzuziehen, wie Justin Bieber die Hormongebeutelten Teenie-Schlüpfer.

Gleich vorneweg, mir gehts gut, wie immer, aber ich war mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort.

Zur Story

Wir sind erst was essen gefahren und danach wollten wir ganz gemütlich den Abend auf einer Decke am See ausklingen lassen. Weil der See günstig zwischen China Restaurant (Spandau) und Bett (Nauen) liegt, sind wir an den Falkenhagener See gefahren. Und da beginnt die Geschichte auch schon. Gut, sie ist kurz und wir sind quasi vollkommen unbeteiligt, aber wie ihr seht, die Polizei und Krankenwagen waren vor Ort und wir konnten nicht weg. Ein typisches Wochenende eben.

Wir kamen gegen 22 Uhr am See an und weil es sehr aggressiv laut um uns herum war, entschieden wir uns, unsere Decke ein paar Meter weiter auszulegen. Nun folgt, was eigentlich immer folgt… Wir redeten viel und schauten in die Sterne. Und wenn die mal nicht zu sehen waren, erkannten wir Dinge in den Wolkenformationen. Ok, also sie erkannte Dinge in den Wolken. Für mich sahen alle aus wie… Wolken. Aber für die totale Romantik erkennt man schon mal Dinge wie “Hello Kitty” und Vögel. Wir lachten und genossen die Zeit, das Wetter und das Sein.

100 Meter weiter feierten ein paar Jugendliche sich selbst, auf ihre ganz eigene Flaumbartart. “Cha altaaaa, so dicke Oberarme hat der! Soooo dicke! Ehrlisch kannste glauben! Isch lük disch nich an, altaaaaa!” Das Problem war nur, es hatte ihn niemand nach irgendwelchen Oberarmen gefragt. Aber so ist das wahrscheinlich mit 3 Haaren auf der Brust. Da muss so was eben raus. Egal ob es interessiert, oder nicht. So verging die Zeit und immer wieder drang zu uns durch, dass die Oberlippenflaumen nach Franzosen suchten. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, Mensch, dachte ich, die Codewörter werden immer besser. Vielleicht suchten sie ja nach Wein? Was wusste ich denn schon?

Etwas später stellte sich heraus, die suchten nach einem Franzosen. Einem menschlichen Franzosen. Der war irgendwie abhanden gekommen. Irgendwie wollten ihm alle Fläumchen nochmal auf die Schulter schlagen. Und ins Gesicht. Warum? Scheinbar wurde er zufällig woanders geboren. Ist aber auch schlimm, wenn man außerhalb der BRD geboren wird. Was mich nun allerdings etwas verwunderte, war die Tatsache, dass die Suchenden nicht, wie man vermuten könnte, kurzgeschorene Reichspudel mit Papakomplex waren, sondern Jugendliche aller Couleur. Integration, wie die NPD sie sich wünschen würde. Scheinbar ging der Franzose stiften. Hätte ich auch gemacht. Obwohl… Ich wäre wohl zu doof gewesen…

Einige Zeit später kam eine Flaume (Ja, ich spreche immer noch von einem halbstarken Jugendlichen, aber mir ist das Wort zu lang, daher hier als Flaum[bartträg]e[r] bezeichnet) auf mich zu und erklärte mir, dass er mich kenne. Er musste gute Augen haben. Es war wirklich sehr dunkel. Und wenn ich schon nichts sehe, wie soll er es dann können? Aber er beharrte darauf, dass er mich “vorhin” bei “Tom” kennengelernt habe. Ich war doch sehr über sein scheinbar großartiges Erinnerungsvermögen erstaunt. Aber wer zur Hölle ist Tom? Wieder so ein Code? Vielleicht Tom, der Franzose? Ich habe keine Ahnung. Irgendwann liess er sich dann auch abwimmeln. Wir gingen dann auch bald. Wir sind schließlich auch nicht mehr die Jüngsten, nicht wahr?

Auf dem Weg zum Auto fiel uns noch ein Fahrrad auf, welches mutterseelenallein auf dem Weg lag. Ich wollte es Bob nennen, meine Begleitung war dagegen, schade eigentlich. Wir wurden dann von der versammelten Flaumenmannschaft noch gefragt ob wir deutsche Staatsbürger wären. Nach einem zackigen “JAWOLL, mein Herr!”. War wohl die richtige Antwort, da wir frenetischen Applaus ernteten. Mein Schritt nahm ein wenig zu.

Am Auto angekommen, waren wir doch ein wenig überrascht. Uns bot sich ein Bild aus Blau und silber. Und es gab kein Entkommen. Polizei und Krankenwagen auf dem ganzen Parkplatz! Ok, der war nun wirklich nicht groß, aber der Dramatik wegen, sage ich jetzt mal, der Parkplatz war voll. Um es mal zum Abschluss zu bringen. Ein junger Berliner, der mit seinen Mädels nur einen schönen Abend haben wollte, wurde von den Franzosensuchenden mehrfach gegen den Kopf getreten, eine junge Falkenseerin gegen den Arm, eine andere wurd mit einem Messer bedroht und bestohlen. Und das alles keine 100 Meter von uns entfernt und wir bekamen nichts mit. Schon gruselig. Wir konnten dann, nach etwa 1 Stunde den Parkplatz verlassen, da die Polizei dann so weit war, dass sie 3 Meter nach vorne fahren konnten, damit ich losfahren kann.

Falkensee, ein neuer gefährlicher Ort. Zumindest wenn man nicht ins Weltbild passt.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s