Nachts im Wald (Abende – Teil 2)

Jenny und Malte sind bereits am Auto angekommen als ich dazu stoße.
„Na wird es denn gehen?“ fragt Jenny etwas genervt aufgrund meines ruhigen und langsamen Schrittes.
„Na aber natürlich.“ antworte ich gelassen.
Da wir mit meinem Auto unterwegs sind, hätten sie eh nicht losfahren können
und weil sie ja nicht wissen wohin. Ich schließe das Auto auf und steige ein.
Beide haben einen sehr gespannten Ausdruck im Gesicht und ich will nicht das sich das ändert.
„Mal schauen was uns da heut erwartet.“ geb ich von mir um ein wenig Leben in unsere soeben verstorbene Unterhaltung zu bringen.

„Ja, das wüsste ich auch gern.“ sagt Malte der es immer noch schafft in seiner Spannung ein wenig Skepsis unterzubringen.
Ein Paar wie diese beiden hab ich in meinem Leben noch nie erlebt. Sarkasmus in Reinform ist das einzige was beide verbindet, denn das beherrschen beide aus dem FF. Malte ist eher ruhig und macht den Eindruck als wäre ihm alles egal und alles wäre unecht aber nach ein paar Minuten merkt man das dem nicht so ist.
Und Jenny, tja Jenny, sie macht den kältesten und wärmsten Eindruck zugleich. Wenn sie den Raum betritt scheint der Raum heller zu werden da sie sehr viel Charisma besitzt. Aber 5 Meter entfernt wirkt sie arrogant wie eine Diva. Aber es sind beide sehr liebe Leute und Freunde.
Ich biege ab vom Parkplatz Mc Donalds Wustermark nach links auf die Strasse richtung B5. Und dann auf die Auffahrt Richtung Nauen. Es ist recht still im Wagen was mich eigentlich nicht weiter wundert aufgrund der bevorstehenden Ereignisse. Also beschließe ich die Musik etwas lauter zu drehen. Ich habe im Internet eine schöne Seite gefunden auf der man Radiomitschnitte der besten Dj`s herunterladen kann. Da ich ein großer Fan von Paul van Dyk bin hab ich mir den Mitschnitt von Global DJ Broadcast heruntergeladen. Es war ein Special der Winter Music Convention in Miami gewesen.
Er ist nicht zu Unrecht der beste DJ der Welt. Ich höre wenn ich Zeit habe gerne den Soundgarden auf Radio Fritz dem Jugendprogramm den Paul van Dyk einmal die Woche moderiert. Diese Leidenschaft zu dieser Musik teile ich mit meinem Vater der mir viel dieser Musik näher gebracht hat. Wenn ich nicht hören kann weil ich außer Reichweite bin nimmt er es mir auch schon mal auf und gibt es mir später damit ich ihn später bei der Arbeit hören kann.
Nach circa 2 km fahre ich rechts ins GVZ Wustermark ab um etwas Weg zu sparen. Jenny und Malte sind in ein Gespräch vertieft das ich allerdings nicht verfolge da ich mich aufs Fahren und Musik hören konzentriere. Vorbei an der DHL und Nagel kommen wir an die nächste Kreuzung an der ich nach rechts abbiegen muss. Dann wieder 1 km geradeaus und schon sind wir an der BAB10 Ausfahrt Brieselang angelangt. Da nach rechts und immer geradeaus Richtung Falkensee. Wir lassen Brieselang Süd links liegen und fahren nun über die menschenleere Straße die um diese Uhrzeit normalerweise von LKW`s belegt sein sollte. Vielleicht haben wir auch gerade nur ein Loch erwischt in dem keiner fährt. Nach 2 Minuten fängt Malte neben mir laut an zu lachen,“ Haha ich hab frei!“ Ich weiß auch warum, wir fahren nämlich gerade an seiner Firma vorbei. „Noch“ sage ich grinsend und schon ist sein Lachen im Gesicht verflogen. In dem Moment kriege ich auch schon einen Schlag auf den Hinterkopf. Jenny sieht mich ernst an, das seh ich durch den Innenspiegel und ich werde verlegen. „Sorry, großer“ sage ich in Richtung Malte und schaue daraufhin gleich wieder in den Spiegel und sehe ihren zufriedenen Blick. Manchmal fühle ich mich in ihrer Gegenwart wie ein kleiner Lausebengel der zurechtgewiesen werden muss.
Ist alles nur Spaß von ihr das weiß ich, aber sicher bin ich mir nie. Wir fahren gerade über die Bahnbrücke und ich weiß, ich muss gleich abbiegen, also runter vom Gas und ausrollen lassen.Gesagt getan, ich biege bei Aldi und Penny links ab und fahre nach Brieselang hinein. Jetzt muss ich noch circa 1,5 km geradeaus bis ich die Schule sehe und dann nach rechts in den Wald. Nach der der letzten Kreuzung sind es noch 400 m bis zur T- Kreuzung und dann nach rechts Richtung Sternkreuzung. Ich hab den Weg noch im Kopf, schön. Angekommen steigen wir 3 aus.

Ich stehe wieder an der selben Stelle wir vor einigen Jahren nur das ich dieses Mal selbst her wollte. Und ich habe dieses Mal keine Jaqueline im Schlepptau.
Es kann nur ein guter Abend werden. Denke ich zumindest. Als wir ausgestiegen sind schaue ich mich ersteinmal um, um das Gelände zu sortieren und mich zu orientieren. Es sieht alles irgendwie anders aus. Irgendwie älter. Viele Punkte erkenne ich wieder wie zum Beispiel den Vermessungspunkt und den Baum dahinter der die gesamte Kreuzung überdacht. Aber wenn ich mich so umschaue sieht alles irgendwie dreckiger aus. Eigentlich kein Wunder bei den ganzen Idioten die hier jedes Wochenende herum rasen und ihren Müll hier um ihren Mädels zu beweisen wie beschränkt man sein kann. Ich darf das sagen denn ich war ja mal genauso. Aber die letzten Jahre sehr harter Arbeit und nervenaufreibender Momente haben mich ruhiger werden lassen. Zum Nachteil einiger Bekannte die mich noch anders kennen. Das ist mir aber egal denn ich habe mich stark verändert und für meinen Teil nur zum besseren. Auch wenn mir ab und zu das Gegenteil bewiesen wird. Zum Beispiel als ich mit meiner Freundin zusammen kam. Aber das ist ein anderes Blatt. Nike, so heißt mein Engel, ist zu diesem Zeitpunkt in Burgau mit ihrer Familie im Urlaub. Und da es in Bayern anscheinend nicht nötig ist das Netz auszubauen, können wir nur recht selten telefonieren. Ich hoffe das sie bald wieder nach Hause kommt um sie wieder in den Arm nehmen zu können. Sie ist zwar Teil meines Lebens aber leider nicht Teil der Geschichte. Ich bin gerade dabei mich zu orientieren. Als das erledigt ist und ich mir sicher bin zeige ich in Richtung Südweg um zu signalisieren das ich weiß wo ich bin. „Und nun?“ fragt Jenny aufgeregt.
„Warten und schauen.“ antworte ich. „OK?“ sagt Jenny in ihrer von mir gehassten zweifelnden Art.
„Könnte es das sein?“ fragt Malte. „Nein“ sage ich, „das ist nur ein Stern.“ Alle 3 schauen wir nun angestrengt in die Bäume um etwas eventuell zu erblicken, aber nichts. Das machen wir knappe 10 Minuten so als ich mir überlege eine zu rauchen. Ich mache mir gerade eine Zigarette an als ich etwas höre das mir nicht gefällt.
Ich schrecke auf und versuche mir den Schreck nicht ansehen zu lassen.
Naja, die beiden werden hoffentlich nichts gemerkt haben und deshalb beuge mich gerade zum Boden um die Zigarette aufzuheben die ich gerade fallen gelassen habe. Schwache Muskeln in den Fingern vielleicht aber keines Falls schwache Nerven. Ich bin ja ein starker Kerl und wie würde es denn aussehen wenn ich, der die beiden in den Wald geführt hat, jetzt auf einmal nasse Hosen kriegen würde?
Stimmt!
Nicht gut!
Also lautet die Devise: Nerven bewahren.
Einfacher gesagt als getan, denn dieses Geräusch kehrt nun häufiger und lauter zurück. Ich blicke rüber zu Malte, der mittlerweile genauso nervös in die Baumwipfel starrt wie ich. „Hört sich nach Eulen an, denkst Du nicht auch?“, fragt er in meine Richtung ohne die Augen nach unten zu bewegen. „Jepp“, sage ich und hoffe das er recht hat. Jenny steht derweil da und scheint die Ruhe in Person zu sein, denn sie schaut ganz ruhig in die Richtung die ich vorhin zeigte. Ich erinnere mich an Tille damals, der genauso da stand und erst wieder in Nauen zu sich kam. „Hört sich nach fickenden Eulen an.“, versuche ich diese Situation, die langsam irgendwie beklemmend auf mich wirkt, aufzulockern.
Leider nur mit einem Teilerfolg, denn nur Malte fängt an zu grinsen. „Na dann haben die ja richtig Spaß.“, sagt er und schaut weiter in die Gegend. Von Jenny weiterhin kein Zeichen. Also bewege ich mich auf sie zu und will sie ablenken aber als ich mich auf einen Meter von hinten nähere streckt sie mit einem Schlag den Arm aus um mir zu signalisieren stehen zu bleiben. „Nein, doch nicht.“ sagt sie und dreht sich zu mir um. Ich bin gerade mehr als glücklich denn sie ist nicht wie Tille in einer Art Trance sondern hat sich nur angestrengt etwas zu sehen. „Ich dachte gerade ich hätte was gesehen aber dann doch nicht.“ kommt es von ihr.
Schon wieder brüllen die Eulen um die Wette. „Nehmt euch ein Zimmer.“ entfährt es ihr und ich muss sofort anfangen zu lachen. Sehr schön, jetzt geht es mir gleich besser und ich bin auch wieder ruhig. So stehen wir noch weitere 10 Minuten rum und schauen in den Wald hinein aber ohne etwas zu sehen. Mit einem Mal geht ein Gewitter von Eulenbrüllen los das so heftig ist das es mich friert. Es will nicht abreissen und wird immer lauter. Die Beklemmung die ich vorhin fühlte ist wieder da aber nicht nur das, sie hat sich auch noch vervielfacht. Mir wird gerade dermaßen Bange das ich sage: „Wir sollten abhauen, mir gefällt das gar nicht.“
„Hab dich nicht so mädchenhaft.“ sagt Jenny und blickt vorwurfsvoll in meine Richtung. „Er hat Recht, wir sollten hier weg. Dieses Geschrei ist wirklich beklemmend. Jenny jetzt komm schon, bitte.“ sagt Malte und macht sich wie ich wieder daran ins Auto einzusteigen. „Weicheier!“ sagt Jenny, den Blick immer noch Richtung Bäume gerichtet. Malte und ich sind bereits ins Auto eingestiegen als auch Jenny sich umdreht und ruhig Richtung Auto kommt.
Als auch sie am Auto angekommen ist blicke ich nochmal ins Dunkel der Nacht und bin glücklich endlich diese Beklemmung loswerden zu können.
Aber…

Ich mache das Auto an und fahre an als ich mich sehr erschrecke. Ich habe vergessen das, als ich das Auto ausgemacht habe, ist das Autoradio auch ausgegangen.Bei meinem Autoradio ist es so das es ein klein wenig dauert bis die Musik anfängt zu spielen da ich ein MP3- Radio von Pioneer besitze welches nicht mehr das neueste ist und schon eine Weile seinen Dienst bei mir verrichtet hat es schon seine Macken und daher braucht es ein wenig um auf Touren zu kommen. Und wenn dazu noch kommt das mein Brenner auch nicht mehr der beste ist und ab und zu einige kleine Fehler einbaut  Nun ist es wieder an und die Lautstärke hat mich überrascht. Die Musik ist überraschend laut. Ich dachte ich habe das Radio leise gedreht.
Es kann aber auch sein das durch die Stille die dort die ganze Zeit im Wald herrschte, mir mein Gehör einen Streich gespielt hat.
Auf jeden Fall ist die Musik jetzt lauter als ich gedacht hatte. Ich drehe sie leiser und fahre los. Ich muss sagen das ich gerade sehr mit mir im Konflikt bin da ich gern wesentlich schneller aus dem Wald verschwinden würde aber aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht dazu in der Lage bin. Der Weg war noch nie sonderlich gut aber die letzten Jahre voller Autos und Benutzung lassen diesen Weg erscheinen wie eine vielbefahrene Landstrasse im tschechischen Hinterland. Schlaglöcher und Furchen wohin man sieht.
Zudem kommt noch das es eng wird weil sich die Vegetation in den letzten Minuten scheinbar verfielfacht hat. Ständig sind irgendwelche Äste und Blätter im Weg die mir die Sicht erschweren. Ich bekomme langsam das Gefühl als wollte uns der Wald verschlingen. Ich ziehe übrigens gerade Vergleiche zwischen der Situation gerade und irgendwelchen sehr schlecht durchdachten Hollywood-“Horror“-Schinken.
Ich denke gerade über eine Szene aus Blair Witch Projekt 2 nach, in der es darum geht wie 4 Leute an der Tür stehen und sehen wie die 5. Person aus ihrem Kreis nackt und rückwärts um einen Baum tanzt.
Das schlimme daran ist das ich eine recht starke Phantasie besitze und sich dieses Bild gerade in meinem Kopf eingebrannt hat wie die Logos von Fernsehsendern in Plasmafernsehern die man zu lange auf ein und dem selben Sender lässt. Das ist schlecht denn ich sehe diese Frau nun bald an jedem Baum in diesem Wald in Brieselang aus dem ich gerade versuche zu entkommen. Das kann ganz schön gruselig werden wenn man bedenkt das das Wort Wald bedeutet das da nicht nur ein Baum steht. Viele nackte Frauen an noch mehr Bäumen. Für nen Porno wäre das mal eine Idee. Der Titel könnte lauten: Blair Bitch Projekt.
Ich kann bereits wieder die Strassenlaternen sehen die nach der Abbiegung weiter geradeaus führen. Ich muss ganz ehrlich sagen ich habe sehr grossen Respekt vor den Leuten die hier leben. Ich könnte das nicht.
Aus 2 Gründen.

1. Der Wald: die Gerüchte Mythen und Legenden, die sich um diesen Wald ranken wie stark wachsender Efeu, würden mir Nacht für Nacht das Blut gefrieren lassen. Am Tage mag das ja noch in Ordnung sein aber in der Nacht? Nein, danke. Ich denke die Leute die hier leben müssen echt harte Kampfschweine sein die nichts aus der Ruhe bringt. Respekt, nochmal.

2. Die Wochenenden: Das was hier Freitag und Samstag Nacht und in den Ferien jede Nacht im Gange ist ist nicht mehr feierlich. Hier trifft man auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten.
Die Ängstlichen: Die kommen hierher um sich ihre Angst zu bestätigen.
Die Giga-mega-geil-coolen die hierher kommen und beweisen wollen was für scharfe Hechte sie sind.
Die Stinos: Zu denen ich gehöre. Die wissen das da was ist und wollen es mal gesehen haben und gut.

Ich biege jetzt links auf den Weg ab, der uns aus den Wald herausbringt. Endlich wieder Licht. Die 400 Meter zur Kreuzung an der wir wieder nach links müssen fliegen nur so an mir vorbei obwohl ich nur die 30 fahre die hier erlaubt sind. Ich sollte mich mehr auf die Strasse konzentrieren. An der Kreuzung angelangt nach links und 1,5 km der Strasse folgen. Kein Problem, ich hab ja meine Begleiter dabei die sich mal wieder in Gespräche vertiefen. Ich konzentriere mich aufs Fahren und lausche der Musik die mir mein Radio entgegenflötet. Im Moment läuft noch der Mix von PvD von der Winter Music Conference aus Miami. Und der Tack der gerade daraus zu hören ist heisst: FKN feat. Jahala – Why im Aly & Fila Remix. Ich muss ganz ehrlich sagen ich habe selten einen besseren Track gehört und werde ihn auf meine inoffizielle Toplist ever setzen auf der sich schon Simon & Garfunkel mit Bright Eyes und die Dixi Chicks mit Travelling Soldier befinden. Ich hab auch eine ruhige Seite das geb ich gern zu. Wir kommen gerade an der nächsten Kreuzung an, an der ich nach rechts abbiegen muss. Vor uns liegt übrigens der Brieselanger Nymphensee an dem ich einige schöne Tage in meiner Kindheit verbracht habe. Dort gibt es neben einem kleinem Café auch eine kleine Minigolfanlage und, was auch sonst, Wasser. Ich bin gerade nach rechts abgebogen und fahre nun über die Brücke die über die Bahnstrecke gebaut wurde. Unter uns zischt gerade ein ICE entlang. Ich frage mich oft wie ein Zugführer reagieren könnte wenn jemand auf der Strecke stehen würde, während der Zug bei voller Fahrt ist. Immerhin kann ein ICE bei voller Fahrt über 300 km/h erreichen. Eine Geschwindigkeit die sonst nur Formel 1 Boliden erreichen können. Das ist also eine Geschwindigkeit die man nicht unterschätzen sollte. Deshalb halte ich auch immer etwas Abstand wenn ich zu Fuss an Bahnschienen unterwegs bin. Wir haben nunmehr die Brücke und Malte`s Firma hinter uns gelassen und sind auch bei LIDL vorbei als ich merke das mir meine Blase etwas versucht mitzuteilen. Nun ist es so das ich zwar ein paar Sprachen verstehe darunter Französisch, Englisch, Russisch und Bayrisch aber leider nicht die meines Körpers. Meine Blase merkt dies recht fix und fängt an zu quängeln. Aus diesem quängeln, welches einem kleinem Kind das nicht sein Eis bekommt gut stehen würde, wird schnell ein Drücken. Ich habe auf Rockkonzerten schon einige Rempler und Schupser erlebt. Diese führen gern ihren Tanzstil aus der sich da nennt: Pogo. Dieses hat sich anscheinend meine Blase zur Aufgabe gemacht zu erlernen und pogt wie verrückt mit sich selbst um die Wette. Wir sind mittlerweile in Zeestow angekommen wo ich kurz rechts anhalte um meine Blase zurechtzuweisen. Ich nehme ihr also das was sie loswerden wollte weg und setze mich wieder auf meinen Platz im Auto und fahre weiter. Es sind übrigens noch noch knappe 3 Kilometer bis zu mir nach Hause. Da ich im Moment in Wustermark wohne und nicht mehr in Nauen, den Vorteil der Ruhe hat, ist es nicht mehr so weit bis nach Hause. Zeestow liegt hinter uns und Wustermark ist schon greifbar als wir die B5 Überqueren und sehen wie menschenleer sie heute ist. Normalerweise sind, egal um welche Uhrzeit, hier viele bis sehr viele Lkw`s unterwegs. Die meisten aus Polen die gerade aus Hamburg kommen und die Maut sparen wollen und/oder müssen. Ich bin gelernter Berufskraftfahrer und deshalb kenne ich mich mit der Thematik ein wenig aus. Wir sind nun wieder in Wustermark und ich fahre auf meinen Parkplatz und stelle den Wagen ab. Jenny und Malte machen nicht den Eindruck als wollten sie nach Hause also setzen wir uns noch auf eine Bank am Brunnen der sich vor dem Wohnhaus befindet in dem ich wohne. Ich wohne seit ca. 1 Jahr hier in diesem vermeintlich ruhigen Nest welches unter dem Namen Wustermark bekannt ist. Vermeintlich deshalb weil in diesem 1 Jahr ist vor meiner Haustür bereits ein Helikopter gelandet, 3 Mal in die hier ansässige Post eingebrochen wurde und die Brunnenkinder hier sind. Brunnenkinder hab ich sie getauft weil sie den ganzen Tag und einen Grossteil der Nacht im Sommer,Frühling und Herbst nichts besseres zu tun haben als dazusitzen und ihre Autos oder Motorräder zu bestaunen. Einer von denen, ein Ketziner, wie ich durch verschiedene Quellen erfahren habe, hat es nocht nicht einmal geschafft ordentlich anzufahren. Immer müssen die Reifen quietschen und der Bass röhren. Und alles mit so einem kleinen Asphalttrenner von Honda. Ich habe mir schon öfter überlegt da mal hinzugehen und ihm beizubringen wie ein Mensch sich benimmt aber mein Engel Nike hatte mich jedes Mal davon abgehalten. Heute sind sie zum Glück mal nicht anwesend und daher setzen wir uns dahin. Eigentlich recht gemütlich hier. Könnte man sich dran gewöhnen. Nein, denk nicht mal dran Nico. Wir sitzen also nun da am Brunnen und lassen das Geschehene Revúe passieren.
„Na das war wohl nichts.“ sagt jenny etwas enttäuscht. „Leider“ gebe ich als Antwort. „Ich wills aber sehen, jetzt erst recht!“ sagt Jenny mit Blick zu Malte. „Naja, mal schauen.“ sagt Malte als beschwichtigende Antwort auf Jennys aufkeimende Spannung. „Was würde wohl Anne dazu sagen?“fragt sie ihn. Insgeheim gehe ich in meinen Gedanken mein Gedächtnis durch und versuche diesen Namen irgendwem zuzuordnen.
0 Treffer steht da in meinem inneren Auge in grossen bunten Zeichen. Also frage ich „Wer ist Anne?“ „Meine Schwester.“ sagt Malte wie aus der Pistole geschossen. „Aha, und was würde sie dazu sagen?“ frage ich. „Keine Ahnung. Ich werd sie morgen mal fragen.“ sagt Malte mit Blick zum Boden gerichtet als würde er etwas suchen. „Und wie kommt ihr jetzt darauf?“ frage ich. „Naja,“ fängt Jenny an zu erzählen „sie spürt Dinge die wir nicht spüren.“ „Ähm…“ sage ich doch etwas arg verwirrt. „Ist schwer zu erklären, musst du erleben.“ sagt Malte. Ok, denk ich mir und belasse es dabei. „Dann bringt sie mal mit.“ „Mal schauen“ sagt Jenny „das könnt schneller passieren als du denkst.“ Ich denk mir nichts weiter und mache mich bereit den Abend vor meiner Wohnung zu beenden und nicht mehr an heute Nacht zu denken als Jenny sagt „Bis morgen.“

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