Wir müssen reden! Übers reden… im Kino!

Ihr kennt das, ihr fahrt ins Kino und wollt unbedingt diesen einen Film sehen. Oder den Film, den eure Liebste unbedingt sehen will. Das ist egal und kommt aufs gleiche heraus, denn ihr wollt das, was sie will… Oder so. Liebe, ihr wisst schon.

Nun sitzt ihr also im Film und “freut” euch auf den Film, auf den ihr euch demokratisch (also das was sie will) geeinigt habt. Die Werbung fängt an und ihr seid bereits satt, denn das Popcorn/ die Nachos, die ihr euch zuvor für völlig übertriebene Preise gekauft habt, sind nach 3 Minuten leer. Egal wieviel ihr kauft, nichts überlebt die ersten 3 Spots. Was daraus für fast alle Männer folgt, sollte eigentlich klar sein, wird aber dennoch erklärt, später.;)

Die Werbung läuft und ihr seid gespannt. Allerdings nicht wegen der Werbung auf der Leinwand, sondern wegen der Whatsappdiskussion der Frau, die direkt vor euch sitzt. Sie ist verliebt. In einen Justin. Reicht? Nö, denn er ist es auch. Sieht zumindest so aus, wenn man den vielen Herzen auf dem Bildschirm trauen kann. Und wenn ich sage viele, dann meine ich bildschirmfüllend. Ich hätte ja nicht hingeschaut, aber der Saal war dunkel und das Handy war hell. Da bin ich wie eine Fliege, wenn da Licht ist, bin ich gebannt. bsssssbsssssbssssssssss

Nachdem die Werbung beendet ist, geht das Licht im Saal wieder an und alle kramen wie verrückt nach der 3D Brille. Das Licht geht aus und im Gang leuchtet ein Licht. Auf den Sitz neben mir. Der ist nämlich leer. Ich freue mich, denn jetzt beginnen die Trailer. Ich mag die Trailer, kann aber nichts sehen, denn ich werde immer noch von diesem verdammten Handylicht geblendet. Und mit mir alle in meiner Reihe und davor, sowie dahinter. Herrlich das. Nachdem sich die 2 Damen entschieden haben, dass sie nun ganz gern auf die beiden Plätze neben mir möchten, entscheidet die Frau, die rechts neben den beiden leeren Plätzen sitzt, dass sie nun unmenschlich dringend auf Toilette möchte. Und wo treffen sich die 3 nun auf ihrer Reise ins Ungewisse? Genau, direkt vor mir. Und plumms, schon habe ich eine der Damen auf dem Schoß zu sitzen und einen giftigen Blick vom Sitz neben mir im Nacken. Ich muss sie nicht ansehen um das zu wissen, so was merkt man irgendwann.

Der Film beginnt. Die Gespräche enden. Größtenteils. Nicht so vor mir und rechts neben mir. Vor mir geht es um Justin und darum ob er auch der Richtige für sie ist. Wenn sie nicht gleich still ist, dann werde ich ihr sagen, dass sie 5 Kinder mit ihm bekommen wird. Und alle bekommen Doppelnamen! Schlimme Doppelnamen! GANZ SCHLIMME DOPPELNAMEN!!! Neben mir geht es um Mathematik. Verdammt, es sind 2 Lehrerinnen! Ihre Schüler sind übrigens doof, finden die beiden zumindest. Ich bin es wohl auch, denn ich habe keine Ahnung wovon die beiden reden. Ich merke nur, dass es um Buchstaben in Gleichungen geht und da bin ich generell immer skeptisch. In der Mathematik muss es für mich um Zahlen gehen und nicht um das Alphabet. Egal, das genervte SCHHHHHHH von hinten unterbricht das Gespräch fürs erste.

Die ersten 5 Minuten sind bereits vorbei und ich bin im Kinomodus. Starrer Blick auf die Leinwand und den Getränkebecher dank Strohalm mit dem Mund verbunden. Der Film ist echt gar nicht so schlecht. Oh, Justin hat geschrieben. Er liebt sein HasiMausi. Schön für sie. Findet sie wohl auch, denn sie kichert. Im nächsten Moment klingelt weiter hinten ein Handy. Beziehungsweise, eine bestimmttotalangesagteabermirvollkommenunbekannteundtotalschnuppe Boyband gibt gerade ihren Smashhit (irgendwas…irgendwas…Love…irgendwas…You…irgendwas…lalalala) zum besten. Ich bin irgendwie voller Respekt für die Person. Das muss schließlich ein Arzt in Bereitschaft sein, warum sonst lässt man den Ton seines Handys an. Ach guck an, Justin schickt wieder Herzen, wieeeee süüüüüß.

Ich kürze das jetzt mal ab… Das ging knapp 2 Stunden so und vom Film habe ich quasi nichts mitbekommen. Dafür habe ich gelernt wie man Integralrechnung lernt, welche Kurven Popcorn in der Luft macht, dass Justin der einzig Wahre ist und dass im Kino insgesamt 7 Ärzte waren. Wie der Film war? Keine Ahnung, aber wir fahren ja gleich wieder nach Hause, da wird sie mir das eh alles erzählen.

Nun zu den Folgen des schnellen Nachoverzehrs. Ich sitze gerade in einem fast leeren Kino. Mit mir im Saal sitzen noch etwa 10 andere Männer. Alle, mir inklusive, lächeln selig. Die holde Weiblichkeit ist gerade auf Toilette und “frischt ihr Makeup auf”. Wir haben also Zeit. Zeit etwas loszuwerden, was uns die letzten 2 Stunden ein wenig quer saß. Einfach aufstehen und losgehen geht in meinem Zustand nicht. Das wäre ungesund, zumindest aber sehr laut. Das muss nicht jeder mitbekommen. Und ich kann als Ausrede ausgeben, dass ich noch schnell eine kurze Kritik des Films schreiben muss. Das ist sie und ich hoffe sie gefällt euch.

Nachtrag: Wir sind jetzt wieder in Nauen und ich muss sagen, so im Nachhinein gesehen, dass der Film ein echt schöner Film ist. Sagt sie und ich gebe ihr eh recht. Das ist gesünder.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s