Da röhrt der Hirsch im Industriegebiet 

Triggerwarnung! Hier geht es jetzt um Männer, Frauen und röhrende Hirsche im Industriegebiet. 
Es gibt Dinge, die können Männer besser als Frauen. Da brauchen wir gar nicht lang herum diskutieren. #isso 

Männer können zum Beispiel besser einen Penis haben. Können Frauen nicht so oft. Ob jetzt alle Männer gute Penisträger sind oder gar mit ihm umgehen können, das sei mal da hingestellt. Aber im Groben haben Männer meist bessere Penisse als Frauen. 

Was Männer aber auch und das auch viel besser können, ist innerlich verwesen und es der Welt auch mitteilen. Meist durch Geräusche, die aus den Tiefen des Körpers hervorquellen, für die tauben Mitmenschen gern auch in Riechsprache. Können Frauen eigentlich nicht. Wir sind uns doch alle einig, dass Pupse von Frauen immer niedlich sind und wenn, dann ausschließlich nach Rosen duften. Rosen, die immer riechen, als wären sie nach einem erfrischendem Schauer auf einer frisch gemähten Wiese, von einer Maid im lockeren Frühlingkleid geschnitten worden. So und nicht anders riechen die niedlichen Pupse von Frauen. Immer! 

Dachte ich zumindest. Bis mir vorhin eine junge Frau entgegen kam, die scheinbar nicht wusste, wie eine Frau pupst. Sie versuchte es noch zu kaschieren, allerdings gelang ihr das so gar nicht. Vielmehr war in genau diesem Moment so still, dass selbst meine geschundenen Ohren diesen Klang vernahmen. Und dank des Windes, den sie im Rücken und ich im Gesicht hatte, erreichte mich nur Sekunden später die volle Ladung Tod.

Sie versuchte noch, ganz Ladylike, sich nichts anmerken zu lassen, doch es war bereits zu spät. Der Hirsch war da bereits im Industriegebiet. Sie hob den Kopf und schritt eine Sekunde zu schnell weiter auf mich zu um mich zu passieren. Ich überlegte leider zu lang, wie ich darauf hätte reagieren sollen. Hätte ich überhaupt reagieren sollen? 

Hätte ich vor ihr auf die Knie fallen und um Vergebung betteln sollen und darum mich doch bitte nicht zu töten? Hätte ich sie mit High Five abklatschen sollen und ihr meinen Respekt zollen sollen, so wie wir Männer das immer und überall tun? Hätte ich demonstrativ in eine andere Richtung schauen sollen? All das tat ich nicht. Stattdessen starrte ich sie nur wie ein Idiot an und war beeindruckt. Es klang aber auch wirklich so, als würde direkt vor mir ein Hirsch stehen und röhren. Mitten im Industriegebiet. Beeindruckend. Wer hätte es gedacht. Da röhrt der Hirsch im Industriegebiet. 

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Vater- Herrentag

Es gab mal eine Zeit, da feierten Väter noch gesittet ihren ganz eigenen Ehrentag, den Vatertag. Da gab es feste Regeln.

Hier ein kleiner Auszug:

1. Mann wacht auf
2. Mann trinkt ein Bier
3. Mann setzt sich auf sein Fahrrad
4. Mann trinkt ein Bier
5. Mann steigt ab, weil er bemerkt, dass er nackt ist
6. Mann trinkt ein Bier
7. Mann geht auf Toilette, die ersten 3 Biere ausscheiden
8. Mann zieht sich ein paar Klamotten an
  8.1. Vorzugsweise ein sauberes T-Shirt (Als sauber gilt jedes T-Shirt, welches nicht länger als 5 Sekunden von allein steht)
  8.2. Vorzugsweise eine saubere Hose (Als sauber gilt jede Hose, die nicht von allein flüchten kann)
9. Mann trinkt ein Bier
10. Mann schmückt sein Fahrrad mit Grünzeug
  10.1. Vorzugsweise sind die von der Frau liebevoll gepflegten Büsche zu nehmen (Sie wird das verstehen, denn es ist Vatertag)
11. Mann trinkt ein Bier
12. Mann beschwert seinen Bollerwagen mit mindestens einer Kiste Bier
13. Mann trinkt ein Bier
14. Mann geht erneut zur Toilette. Neuer Platz für Bier muss geschaffen werden
15. Mann überprüft seinen Pegel indem er etwas gröhlt. Versteht er sich noch selbst, ist der Pegel noch nicht erreicht.
16. Sind Punkt 1 – 16 erfolgreich absolviert, genehmigt sich der Mann ein Bier als Belohnung
17. Mann setzt sich eine Plastik-Gartenteich-Ente auf den Kopf und radelt zum Saufen mit den Kumpels

Das waren einfache und leicht beherrschbare Regeln. Jeder Mann konnte sie einfach befolgen. Doch nun? Im Jahre 2014 begegnen mir immer wieder kleine Jungs, die (ganz die harten Männer) mit extrem viel SWAG bewaffnet, Bier saufend auf der Parkbank sitzen und nichts tun, als zu atmen. Wo sind die echten Väter, die diesen Hansels mal zeigen würden, wie man richtig feiert?
Ich vermisse diese Zeiten.

Single in der Weihnachtszeit

Wenn man, wie ich, wenig Kontakt zur Familie hat, Single ist, und generell manchmal lieber allein ist, sollte man wenigstens eine Sache haben – einen Plan.

Nun ist es leider so, ich habe keinen. Ich bin da mehr so der spontane Mensch.

Eigentlich sind Pläne super! Sie bringen Ordnung ins Chaos, können Zeiten regeln, oder, wie mir jetzt wieder schmerzhaft bewusst wird, auch sicherstellen, dass man bestimmte Dinge nicht vergisst. Das Einkaufen vor Feiertagen, zum Beispiel.

Ich habe es mal wieder geschafft und habe nichts eingekauft. Yay….
So ein leerer Kühlschrank ist aber auch was feines. So viel Platz für Dinge, die man vergessen hat einzukaufen.

Döner! Mein erster Gedanke war tatsächlich “Döner”. Warum auch nicht? Steckt da doch alles christliche drin. Brot, welches geteilt wird, Kraut, das auch bei der Ente/Gans dabei ist, Fleisch vom Lamm (hat auch was damit zu tun). Christlicher ist nun wirklich nur noch die Kirche.
Nun begab es sich aber leider, dass der gute Mann vom Döner Direktvertrieb seinen Laden just an dem Tage schloss, an dem ich nach seinem Produkt hungerte, um mit seiner Familie ein schönes Weihnachtsfest zu genießen. So stand ich also vor verschlossener Tür. Was tun, fragte ich mich und beschloss an den einzigen Ort der Stadt zu pilgern, an dem es noch leuchtete. Die “Star” – Tankstelle. Der Weg war weit und gefährlich, es begegneten mir unzählige Ampeln, die mich aufzuhalten drohten, doch ich schaffte es. Der Stern am Himmel (eigentlich hängt er auf dem Dach, wegen der Werbung) leitete mich direkt zu ihm. Dort erwarteten mich zwei Gleichgesinnte, die da hießen Casper und Mel Schior. Sie rauchte, er erzählte. Ich ging in den Schiebetürenstall und steuerte direkt auf die Bockwurstkrippe zu. Die beiden folgten mir.

Um es kurz zu machen, die Bockwurst war lecker und ich glücklich.

Macht euch ein schönes Weihnachtsfest und denkt daran:

Pläne sind toll!
Bis Baltasar.

Und am Ende stehen wir alle im Stau.

Wer, wie ich, Single ist, kennt diese Sprüche und wir lieben sie alle, liebe Nicht-Singles. Echt jetzt, sie sind toll. Alle. Aber…auch…alle! Gibt es eigentlich eine Liste für Paare, auf der man “die besten gutgemeintenabervölligunsinnigen Sprüche, die man Singles sagen kann” finden und abhaken kann? Da finden sich dann solche Sachen wie:

– Für jeden Topf gibt es einen passenden Deckel.
– Irgendwann kommt der richtige um die Ecke.
– Es ist unglaublich, dass jemand wie du keinen Partner hat.
– Die Liebe braucht manchmal länger um dich zu treffen. Aber dann haut sie dich um.
– Du bist doch so ein Netter.

Immer wenn ich diese Sprüche höre, frage ich mich, wann wohl endlich jemand ein Lied mit diesen Sätzen macht. Anbieten würde es sich ja und zumindest alle Singles könnten auf Anhieb den Text mitsingen.

Mein liebster Singleaufbau Spruch ist allerdings “Vielleicht solltest du einfach suchen.”
Ok, nehmen wir den mal als Beispiel. Angenommen jeder Single sucht, wer ist dann noch da um gefunden zu werden? Oder besser, das Singledasein ist zuhause, die Suche ist die Autobahn und das Ziel ist die Liebe. Wenn nun alle suchenden auf die Autobahn zur Liebe fahren (ja, die Aussage ist selbst mir zu schmierig), dann gibt das ein riesiges Verkehrschaos und am Ende stehen wir alle im Stau.

Lalalala hmhmhm HIGHWAY TO HELL… Hmhmhm HIGHWAY TO HELL!

Ha! Jetzt weiß ich auch warum Berlin immer dicht ist! Überall stehen die Singles rum, suchen sich und werden vor lauter Autoabgasen blind. So kann das doch nichts werden. Deshalb setze ich mich auf eine Wiese, esse ein Eis und sehe den anderen dabei zu, wie sie Blinde Kuh spielen. Vielleicht fällt mir ja mal eine dabei in den Schoß. Wenn nicht, ich habe Zeit.

Warum etwas Sinn macht und nicht ergibt

Wir Deutschen sind echte Deppen, wenn es um das Abschreiben von Dingen geht.

Am besten zeigt sich das am Beispiel der Notierung von Musik.
Die ganze Welt notiert von A-g. Also A, B, C, D, E, F, G (und der ganze Kladderadatsch dazwischen). Was machen wir Deutschen? Wir springen nach dem A zum H und dann zurück zum C. Also A, H, C, D, E, F, G.

Und das alles nur, weil irgendjemand sich mal gedacht hat “Ey, das kleine B sieht ja irgendwie aus wie ein kleines h. Ditt machen wa jetze so. Sieht ooch gleich viel einfacher aus, wa?”

Und so ähnlich verhält es sich mit dem Wort “Sinn”. Heute kann man nur noch vermuten, was das eigentlich mal war. Vielleicht kommt es vom englischen Wort “sin”. Sünden kann man ja begehen oder auch machen. Vielleicht war es auch einfach eine Gruppe von Typen namens Finn, die schlau genug waren etwas dummes nicht zu tun. Mit der fortschreitenden Zeit könnte sich die Redewendung durchgesetzt haben “Das macht kein Finn”.
Und jetzt zurück zum deutschen Unvermögen der korrekten Abschrift. Aus F wurde S und zack, schon macht das Ganze kein(en) Sinn mehr.

Wir müssen reden! Übers reden… im Kino!

Ihr kennt das, ihr fahrt ins Kino und wollt unbedingt diesen einen Film sehen. Oder den Film, den eure Liebste unbedingt sehen will. Das ist egal und kommt aufs gleiche heraus, denn ihr wollt das, was sie will… Oder so. Liebe, ihr wisst schon.

Nun sitzt ihr also im Film und “freut” euch auf den Film, auf den ihr euch demokratisch (also das was sie will) geeinigt habt. Die Werbung fängt an und ihr seid bereits satt, denn das Popcorn/ die Nachos, die ihr euch zuvor für völlig übertriebene Preise gekauft habt, sind nach 3 Minuten leer. Egal wieviel ihr kauft, nichts überlebt die ersten 3 Spots. Was daraus für fast alle Männer folgt, sollte eigentlich klar sein, wird aber dennoch erklärt, später.;)

Die Werbung läuft und ihr seid gespannt. Allerdings nicht wegen der Werbung auf der Leinwand, sondern wegen der Whatsappdiskussion der Frau, die direkt vor euch sitzt. Sie ist verliebt. In einen Justin. Reicht? Nö, denn er ist es auch. Sieht zumindest so aus, wenn man den vielen Herzen auf dem Bildschirm trauen kann. Und wenn ich sage viele, dann meine ich bildschirmfüllend. Ich hätte ja nicht hingeschaut, aber der Saal war dunkel und das Handy war hell. Da bin ich wie eine Fliege, wenn da Licht ist, bin ich gebannt. bsssssbsssssbssssssssss

Nachdem die Werbung beendet ist, geht das Licht im Saal wieder an und alle kramen wie verrückt nach der 3D Brille. Das Licht geht aus und im Gang leuchtet ein Licht. Auf den Sitz neben mir. Der ist nämlich leer. Ich freue mich, denn jetzt beginnen die Trailer. Ich mag die Trailer, kann aber nichts sehen, denn ich werde immer noch von diesem verdammten Handylicht geblendet. Und mit mir alle in meiner Reihe und davor, sowie dahinter. Herrlich das. Nachdem sich die 2 Damen entschieden haben, dass sie nun ganz gern auf die beiden Plätze neben mir möchten, entscheidet die Frau, die rechts neben den beiden leeren Plätzen sitzt, dass sie nun unmenschlich dringend auf Toilette möchte. Und wo treffen sich die 3 nun auf ihrer Reise ins Ungewisse? Genau, direkt vor mir. Und plumms, schon habe ich eine der Damen auf dem Schoß zu sitzen und einen giftigen Blick vom Sitz neben mir im Nacken. Ich muss sie nicht ansehen um das zu wissen, so was merkt man irgendwann.

Der Film beginnt. Die Gespräche enden. Größtenteils. Nicht so vor mir und rechts neben mir. Vor mir geht es um Justin und darum ob er auch der Richtige für sie ist. Wenn sie nicht gleich still ist, dann werde ich ihr sagen, dass sie 5 Kinder mit ihm bekommen wird. Und alle bekommen Doppelnamen! Schlimme Doppelnamen! GANZ SCHLIMME DOPPELNAMEN!!! Neben mir geht es um Mathematik. Verdammt, es sind 2 Lehrerinnen! Ihre Schüler sind übrigens doof, finden die beiden zumindest. Ich bin es wohl auch, denn ich habe keine Ahnung wovon die beiden reden. Ich merke nur, dass es um Buchstaben in Gleichungen geht und da bin ich generell immer skeptisch. In der Mathematik muss es für mich um Zahlen gehen und nicht um das Alphabet. Egal, das genervte SCHHHHHHH von hinten unterbricht das Gespräch fürs erste.

Die ersten 5 Minuten sind bereits vorbei und ich bin im Kinomodus. Starrer Blick auf die Leinwand und den Getränkebecher dank Strohalm mit dem Mund verbunden. Der Film ist echt gar nicht so schlecht. Oh, Justin hat geschrieben. Er liebt sein HasiMausi. Schön für sie. Findet sie wohl auch, denn sie kichert. Im nächsten Moment klingelt weiter hinten ein Handy. Beziehungsweise, eine bestimmttotalangesagteabermirvollkommenunbekannteundtotalschnuppe Boyband gibt gerade ihren Smashhit (irgendwas…irgendwas…Love…irgendwas…You…irgendwas…lalalala) zum besten. Ich bin irgendwie voller Respekt für die Person. Das muss schließlich ein Arzt in Bereitschaft sein, warum sonst lässt man den Ton seines Handys an. Ach guck an, Justin schickt wieder Herzen, wieeeee süüüüüß.

Ich kürze das jetzt mal ab… Das ging knapp 2 Stunden so und vom Film habe ich quasi nichts mitbekommen. Dafür habe ich gelernt wie man Integralrechnung lernt, welche Kurven Popcorn in der Luft macht, dass Justin der einzig Wahre ist und dass im Kino insgesamt 7 Ärzte waren. Wie der Film war? Keine Ahnung, aber wir fahren ja gleich wieder nach Hause, da wird sie mir das eh alles erzählen.

Nun zu den Folgen des schnellen Nachoverzehrs. Ich sitze gerade in einem fast leeren Kino. Mit mir im Saal sitzen noch etwa 10 andere Männer. Alle, mir inklusive, lächeln selig. Die holde Weiblichkeit ist gerade auf Toilette und “frischt ihr Makeup auf”. Wir haben also Zeit. Zeit etwas loszuwerden, was uns die letzten 2 Stunden ein wenig quer saß. Einfach aufstehen und losgehen geht in meinem Zustand nicht. Das wäre ungesund, zumindest aber sehr laut. Das muss nicht jeder mitbekommen. Und ich kann als Ausrede ausgeben, dass ich noch schnell eine kurze Kritik des Films schreiben muss. Das ist sie und ich hoffe sie gefällt euch.

Nachtrag: Wir sind jetzt wieder in Nauen und ich muss sagen, so im Nachhinein gesehen, dass der Film ein echt schöner Film ist. Sagt sie und ich gebe ihr eh recht. Das ist gesünder.

Sommer in Nauen

Im Sommer kommen sie alle wieder raus. In Nauen gibt es ein paar feste Plätze, wenn man sich treffen will.

Zentrum (da sitzen die Pubertantinnen, die sich was auf ihre Schminke einbilden und auf ihre Kerle mit den Mopeds warten)

Total Tanke (da sitzen die mit den “whoa, guck mal was ich mit meinem Lautsprecher für geilen Sound hinbekomme! Jetzt klappert aber das Nummernschild. Hat jemand zufällig Teppich dabei?” – Typen.)

An der Badeanstalt und hinter den Blöcken, auf den Spielplätzen (da sitzen die Kiffer und Hormongefluteten Halbstarken, die ihren Pubertantinnen imponieren wollen, aber nicht merken, dass sie sich nur lächerlich machen. Die haben kein Auto (mehr), weil man eh fliegen kann und sowieso… Alter, die Farben!)

Marktecke (da sitzen die, denen all das zu doof ist und lieber gucken wollen, was so vorbei fährt. Ihre Kinder sind immer mit dabei Golf-Passat Fraktion)

Aral (da sitzen die, die wirklich was unter der Haube haben, aber keine Ahnung haben, was man mit dem angebrochenen abend so anfangen könnte. Kleiner Tipp, es läuft eh immer auf Mekkes hinaus)

Irgendwo dazwischen die Kleingruppen von Typen, die sich schwören, dass genau dieser (beliebigen Platz einfügen) nächstes Jahr ihnen gehört. Aber auch garantiert! Dann sind sie die coolen.

Nee, darauf habe ich keine Lust mehr. Dafür bin ich zu “cool” ^^