Vater- Herrentag

Es gab mal eine Zeit, da feierten Väter noch gesittet ihren ganz eigenen Ehrentag, den Vatertag. Da gab es feste Regeln.

Hier ein kleiner Auszug:

1. Mann wacht auf
2. Mann trinkt ein Bier
3. Mann setzt sich auf sein Fahrrad
4. Mann trinkt ein Bier
5. Mann steigt ab, weil er bemerkt, dass er nackt ist
6. Mann trinkt ein Bier
7. Mann geht auf Toilette, die ersten 3 Biere ausscheiden
8. Mann zieht sich ein paar Klamotten an
  8.1. Vorzugsweise ein sauberes T-Shirt (Als sauber gilt jedes T-Shirt, welches nicht länger als 5 Sekunden von allein steht)
  8.2. Vorzugsweise eine saubere Hose (Als sauber gilt jede Hose, die nicht von allein flüchten kann)
9. Mann trinkt ein Bier
10. Mann schmückt sein Fahrrad mit Grünzeug
  10.1. Vorzugsweise sind die von der Frau liebevoll gepflegten Büsche zu nehmen (Sie wird das verstehen, denn es ist Vatertag)
11. Mann trinkt ein Bier
12. Mann beschwert seinen Bollerwagen mit mindestens einer Kiste Bier
13. Mann trinkt ein Bier
14. Mann geht erneut zur Toilette. Neuer Platz für Bier muss geschaffen werden
15. Mann überprüft seinen Pegel indem er etwas gröhlt. Versteht er sich noch selbst, ist der Pegel noch nicht erreicht.
16. Sind Punkt 1 – 16 erfolgreich absolviert, genehmigt sich der Mann ein Bier als Belohnung
17. Mann setzt sich eine Plastik-Gartenteich-Ente auf den Kopf und radelt zum Saufen mit den Kumpels

Das waren einfache und leicht beherrschbare Regeln. Jeder Mann konnte sie einfach befolgen. Doch nun? Im Jahre 2014 begegnen mir immer wieder kleine Jungs, die (ganz die harten Männer) mit extrem viel SWAG bewaffnet, Bier saufend auf der Parkbank sitzen und nichts tun, als zu atmen. Wo sind die echten Väter, die diesen Hansels mal zeigen würden, wie man richtig feiert?
Ich vermisse diese Zeiten.

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Lieber Mann

Lieber Mann, neulich habe ich dir den Spruch gegeben, mit dem du eine Frau ansprechen kannst, ohne dich lächerlich zu machen. Nun will ich dir helfen, damit du auch weißt, wann du eine Frau ansprechen kannst. Ob es überhaupt Sinn macht, das musst zum einen du wissen und, das ist besonders wichtig, zum anderen die Frau.

Liebe Frau, wir alle leben mittlerweile in einer Welt, die keinen alten Romantikregeln mehr folgt. So leid es mir auch tut. Liebe Frau, die Welt ist zu schnelllebig geworden um sich die Zeit zu nehmen um zu verstehen, was uns Filme wie “Pretty Woman”, “Das Piano” oder “Dirty Dancing” gelehrt haben, wie man eine Frau ordentlich anspricht. Diese Filme, und jede Frau kennt sie, sind Musterbeispiele für Romantik, auf ihre ganz eigene Art.
Was ich damit sagen will, liebe Frau, ist, nimm es uns Männern bitte nicht übel, wenn wir deine subtilen Signale nicht verstehen. Durch das Internet haben wir mittlerweile so viele verschiedene Arten von Signalen, von so vielen Frauen, gesehen, dass wir die wirklich wichtigen nicht mehr als solche erkennen. Deswegen versuche ich es jetzt hier für beide Seiten gleichermaßen geeignet zu beschreiben. Continue reading Lieber Mann

Das Pony Ronny

Eine hochliterarische Abhandlung über Einsamkeit, Neid und Missgunst im Leben eines Paarhufers.
In der Hauptrolle: Das Pony Ronny
In weiteren Rollen: Bauer Fred
Pony Lisa
Pony Sascha
Eine Möhre
Ein Apfel
Ein Stück in 3 Akten
Akt 1: Einsamkeit und Freiheit im ständigen Zwiespalt.
In diesem Akt wird deutlich, wie das Pony Ronny einsam auf einem Feld, hier als Acker beschrieben, steht und sich an einer Wasserstelle, hier als Bach beschrieben, labt und das Leben, die Freiheit genießt. Die malerische Erzählung unterstützt den Eindruck, dass es sich hierbei um einen lauen Herbsttag handelt, irgendwann zwischen dem 24. und 27. Oktober. Hier wird wunderbar deutlich, dass das Pony Ronny auf einer malerischen Wiese nahe einer mecklenburgischen Stadt, wie Stralsund, steht und sich genussvoll am Lebenssaft, dem Wasser, labt.
Akt 2: Eifersucht essentielle Fragen des Lebens
In diesem Akt durchläuft das Pony Ronny einen mühsamen Weg der psychologischen Meinungsbildung. Die Zweifel, die mit dem Auftritt des Bauern “Fred” geschaffen werden, verstärken sich im Laufe des 2. Aktes zusehends. Die Frage nach dem Sein stellt sich hier ein ums andere Mal. Hier regt das Stück zur Selbstreflektion an und stellt öfter mal die Frage: Was wäre wenn? Hier wird das eigene Handeln so in Frage gestellt, dass es den geneigten Hörer und Leser ein ums andere Mal nachdenklich zurück lässt. Ganz im krassen Gegensatz dazu, findet auch hier wieder die malerische Landschaft des ländlichen Mecklenburg-Vorpommern Einzug. Die bunten Blätter lösen sich praktisch bildhaft vor dem eigenen Auge und die Sonne scheint ihre besten Strahlen auf die weite Wiese, die nur von den weit entfernten Möwengesängen begrenzt zu werden scheint.
Akt 3: Finale – Dramatik und Verzweiflung in Vollendung
Im 3. und finalen Akt begegnen wir endlich dem Antagonisten des Gesamtwerks des Künstlers von “Das Pony Ronny”. Das Pony Sascha stellt, im Gegensatz zu Pony Ronny, die oberflächliche Vollkommenheit des täglichen Chauvinismusses dar. Er erscheint hier als muskulöse Figur, die scheinbar über allem steht und auch weiß, dass ihm die Ponyherzen nur so zu fliegen. Es ist interessant, wie der schmale Grat zwischen Sympathie und Angewidertheit bei der Betrachtung der Figur des Ponys “Sascha” immer wieder scheinbar tanzend überschritten wird.
Auch erfahren wir jetzt mehr über die Hintergründe der Figur des “Ronny”. Wir erfahren hier zum Beispiel viel über tägliche Diskriminierung von nicht heimischen Ponys. Ronny, gebürtig aus Riesa, durchlebt hier ein Martyrium, das zum Nachdenken anregt. Auch darüber, ob solche extremen Darstellungen überhaupt Einzug in die Hochliteratur halten sollten. Schließlich wird hier ein Tabu gebrochen, welches nie zuvor auch nur angetastet werden durfte. Auch deshalb wird dieses Machwerk in Expertenkreisen so kontrovers behandelt. Am Ende bleibt nur noch das Pony “Ronny” allein zurück. In einer malerischen Landschaft irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern. Ein glückliches Ende sucht der Leser und Hörer hier vergebens. Alles was bleibt ist hier die Einsamkeit.
Das Pony Ronny ist ganz ohne Frage ein Meisterwerk und wird noch viele Menschen begeistern. Es wird sich zeitlos einreihen lassen, neben Künstlern, die, würden sie noch leben, zweifellos des Künstlers Rat suchen wurden.
Doch nun zum Werk selbst!
Das Pony Ronny
(von… mir)

Steht ‘n Pony auf’m Acker,
schlägt sich wacker, schlägt sich wacker.
Säuft das Wasser aus’m Bach,
weil’s Durst hat. Ach!?
Schaut der Bauer nach dem Pony,
er heißt Fred, das Pony Ronny.
Gibt Fred ihm eine Möhre,
wär’s ein Apfel, was wohl wöre?
Träumt der Ronny von ‘ner Lisa,
wird die Laune wieder mieser.
Schaut er rüber zu dem Sascha,
wird er neidisch – dieser Pascha!
Sieht so gut aus, den liebt Lisa,
nicht den Ronny, den aus Riesa.
Steht jetzt einsam auf dem Acker,
schlägt sich wacker, schlägt sich wacker.

Sommer in Nauen

Im Sommer kommen sie alle wieder raus. In Nauen gibt es ein paar feste Plätze, wenn man sich treffen will.

Zentrum (da sitzen die Pubertantinnen, die sich was auf ihre Schminke einbilden und auf ihre Kerle mit den Mopeds warten)

Total Tanke (da sitzen die mit den “whoa, guck mal was ich mit meinem Lautsprecher für geilen Sound hinbekomme! Jetzt klappert aber das Nummernschild. Hat jemand zufällig Teppich dabei?” – Typen.)

An der Badeanstalt und hinter den Blöcken, auf den Spielplätzen (da sitzen die Kiffer und Hormongefluteten Halbstarken, die ihren Pubertantinnen imponieren wollen, aber nicht merken, dass sie sich nur lächerlich machen. Die haben kein Auto (mehr), weil man eh fliegen kann und sowieso… Alter, die Farben!)

Marktecke (da sitzen die, denen all das zu doof ist und lieber gucken wollen, was so vorbei fährt. Ihre Kinder sind immer mit dabei Golf-Passat Fraktion)

Aral (da sitzen die, die wirklich was unter der Haube haben, aber keine Ahnung haben, was man mit dem angebrochenen abend so anfangen könnte. Kleiner Tipp, es läuft eh immer auf Mekkes hinaus)

Irgendwo dazwischen die Kleingruppen von Typen, die sich schwören, dass genau dieser (beliebigen Platz einfügen) nächstes Jahr ihnen gehört. Aber auch garantiert! Dann sind sie die coolen.

Nee, darauf habe ich keine Lust mehr. Dafür bin ich zu “cool” ^^

Die Mücke, die viel zu früh im Jahr erschien und damit das Ende der Welt auslöste.

Mitten in der Brandenburgischen Provinz erwachte am 20. März 2015 ein kleine Mücke in einem kleinen Tümpel und beschloß, dass es genau jetzt Zeit für sie wäre, ihr erstes Blut zu saugen. Sie machte sich also auf den Weg um sich etwas Nahrung zu suchen. Nun muss man dazu wissen, dass Mücken im Allgemeinen keine langen Strecken zurücklegen, da ihre kleinen Körper nicht die Kraft haben um viele hundert Kilometer zurückzulegen. Sie fand schließlich, an der Ecke einer alten Scheune eine kleine Maus und stach sie. Die kleine Maus merkte davon nichts. Noch nicht. Continue reading Die Mücke, die viel zu früh im Jahr erschien und damit das Ende der Welt auslöste.

Dorfbumms (Fallera)

Dorffeste kennen wir doch alle. Wir waren alle schon mindestens schon einmal auf einem. Und im Grunde reicht dieses eine um alle zu erklären. Sie sind nämlich immer gleich. Es ist fast immer derselbe Aufbau, Ablauf und es sind auch immer dieselben Typen vor Ort.  Immer!

Der Aufbau:
Ein Bierwagen, ein Stand für die Kuchen der ansässigen Rentnerinnen, ein Brutzelzelt für Wurst und Fleisch, geleitet von der ansässigen Feuerwehr (weil Feuer kann nur die Wehr), 3 Dixieklos, die professionell von hinten angeleuchtet werden (angeblich weil die selber ja kein Licht haben. Ich denke eher, damit die draußen Wartenden sehen wie weit die Sitzenden sind),Bierbankgarnituren (10-20, auf jeden Fall aber immer 2 zu wenig) und eine professionelle Bühne für eine Band (6×3 Meter, mit Licht für eine Band, Ton für eine Band und Technik für eine Band. Leider fragte man keine Band ob sie spielen wolle).

Der Ablauf:
Jedes Dorffest beginnt mit einer Ansprache des jeweiligen Ortsvorstehers, oder demjenigen, der sich dafür hält. In der Rede wird immer die Großartigkeit des Dorfes (und natürlich unterschwellig die des Redners, Aber das würde er nie zugeben, zu bescheiden) angepriesen und hervorgehoben. Auch die ansässige Feuerwehr (er ist da ja Vorsitzender) /Fußballverein (natürlich nur die erste Mannschaft, weil der Sohn da mitspielt) /Damenlesezirkel (weil die eigene Frau eben jenen leitet) wird überschwänglich erwähnt. Frenetischer Beifall der Erwähnten. 

Dann kommt auch schon die Kindergartengruppe Sonnenschein auf die Bühne und präsentiert ihren extra einstudierten Tanz. Kein Rhythmus, nichts synchron, aber süüüühüühüüß! Finden zumindest die entzückten Eltern. Alle Kleinen sind zukünftige Anwälte, Ärzte, Bundeskanzler, Professoren, Wenn man den Weissagungen der Eltern folgt. Wenn man zweifelt, wird ganz böse ausgeguckt. Als Kinderloser kann man das einfach nicht verstehen. Natürlich nicht. Deswegen mag ich das Multinetzwerkzeitalter. Da kann man dann später schön sehen, wie sich unser Bundeskanzler Justin-James-Kevin Müller mit 4 Jahren auf der Bühne angepinkelt hat. Es gibt immer ein Video.

Oh, die dorfeigene Frauentanzgruppe gibt sich die Ehre! Es wird Aufstellung genommen. Obwohl es seit 10 Jahren derselbe Aufbau und Ablauf ist, stellen die Damen wieder einmal fest, dass die Bühne viel zu klein für die 10 Mädels ist. Seit 10 Jahren derselbe Anfang. Die Musik beginnt (seit 10 Jahren irgendein Samba-Rhythmus), die Damen kommen elegant auf die Bühne (so elegant es eben über die Palettentreppe geht), es wird sich ausgerichtet (nachdem festgestellt wird, dass 6 Meter doch etwas eng ist für 10 Damen, wird kurzerhand entschieden alle auf 2 Reihen aufzuteilen) und los gehts. Ganz vorn und in der Mitte steht wie immer die Chefin/Vortänzerin, die man sofort daran erkennt, dass sie als einzige ein anderes Kleid trägt und das ausladenste Dekolleté hat. Sie, als Chefin, ist auch diejenige, die mehr glitzert, als alle anderen. Alles in allem ist das Ganze irgendwie sehr hypnotisch und eher verstörend, als schön. Was einem aber auffallen muss, ist das Alter der Damen. Es teilt sich nämlich in genau 2 Versionen. Einmal von 10-16 Jahre und dann von 36-openend. Dazwischen klafft ein Loch von knapp 20 Jahren. Liebe Mädels vom Dorf, was ist da los? Aber egal wie sehr ihr euch dagegen wehrt, ihr werdet irgendwann wieder vor dem ganzen Dorf tanzen. Ob ihr wollt, oder nicht!

Nachdem auch dieser Höhepunkt (ja, Dorffeste haben nur Höhepunkte!) überstanden ist, folgt nun die “Modenschau” des ansässigen Modeladen (Meist irgendwas mit Butike im Namen). Die Chefin erklärt dem staunendem Publikum (die Mütter der jungen Pubertantinnen), was die Mädels so tragen. Eigentlich nichts aufregendes. Hose, Shirt und irgendetwas, was aussieht wie eine Hose und ein Shirt. Die Chefin scheint etwas überfordert zu sein, wenn man den Blicken der Modelle traut, denn sie hat sich in ihrer Liste vertan und hat eine Reihe übersprungen. So wird aus Jaqueline plötzlich Cheyenne und aus dem blauen Shirt ein roter Sleeve. Jaqueline/Cheyenne ist den Tränen nahe und Jaquelines/Cheyennes Mutter wird puterrot. Das wird noch Ärger geben.

Nun ist Pause auf der Bühne und der übermotivierte DJ baut sein Equipment auf. Ein CD-Player, ein kleiner Laptop, ein Mikrofon und seine Kopfhörer. Mehr braucht der Dj von Welt heute nicht mehr. Manchmal nicht mal mehr das (Achtung, nun folgt ein Link zu einem Youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=pK8icdqw7i8) Es verspricht ein totaler Kracher zu werden. Der DJ ist ein waschechter Dj. Das muss so sein, denn auf seinem Auto steht groß und breit, dass er DJ ist. Umrahmt von irgendwelchen Logos, die garantiert von ihm selbst stammen. Ga-Ran-Tiert! Auf seinem Shirt steht in großen Lettern “Hardcore for Life” Dieser Abend wird in jedem Fall spannend. Der Soundcheck verspricht zumindest einiges. Das Mikrofon fiept und das typische “Ahahyeahyeaheinszwoeinszwopartypeopleputyourhandsupintheairbaby” kreischt beim dritten Mal weniger. Schön das!

Die Leute
Fußballer und Feuerwehrleute
Auf dem Dorf scheint es immer wieder geheime Wettkämpfe zu geben. Wer ist zuerst strunzendicht. Seit 13 Uhr stehen beide Mannschaften komplett vereint auf den entgegenliegenden Seiten und blockieren so sämtliche Zugänge zum Bierwagen. Nach nur 5 Minuten sind erste Ausfallerscheinungen zu beobachten. Auf beiden Seiten lichten sich die Reihen. Am Ende des Abends werden einige Wetkämpfer schlafend aus dem Dorfteich gefischt werden. Die Sieger bleiben, wie immer, die Feuerwehrleute. Die kennen sich eben besser mit der Brandbekämpfung aus.

Der Abend beginnt mit dem Erscheinen der halbstarken Dorfjugend. Diese ist leicht an den Haarschoncappies zu erkennen. Das sind Basecaps, die nur zum Schein aufgesetzt werden und mindestens 5 cm über den Haaren sitzen. Die Rangfolge ist wie folgt: Um so höher das Cap und tiefer die Hose, desto höher der Status in der Gaaaaaaaang. Sie stehen in einer kleinen Gruppe etwas abseits des Geschehens und sind einfach nur cool. Zu cool für diese “Provinzkacke”. Eigentlich sind sie alle ja verkappte Großstädter, wenn Mutti nicht dazwischen funken würde. Sie alle sind um Mitternacht im Bett. Aber coooooool im Bett, denn alles was sie tun ist cool.

Und da wären wir schon bei Mitternacht. Der DJ läutet die Rockrunde ein mit AC/DCs Thunderstruck. Die Meute rastet aus. Der Wanderer (kommt im nächsten Absatz) beginnt mit seiner Solo-Luftgitarrenshow. Vor der Bühne stehen nun alle, die die 40 gerade überschritten haben. Obwohl, eigentlich tanzen sie. Standard. Sie schieben ihre Frauen über die Wiese und zum Glück ist das Lied nicht allzu lang, denn sonst würden sämtlich bisherigen Biere und Klopfer ihren ganz eigenen Weg zurück in die Freiheit suchen. Aber der DJ weiß genau was er tut. Als nächstes folgt, was folgen muss. We will rock you. Alle können sich auf den Boden werfen und im Rhythmus des Beats auf den Boden klopfen. Übrigens eine Eigenheit, die man so nur in Deutschland findet. Dann geht es wieder mit AC/DC weiter. Highway to hell, yeah baby! Woohooooo! Jetzt drehen alle durch! Auch die unvermeidlichen BeimDJLiederWünscherWeilDerJaKeineAhnungHat-Leute singen und tanzen nun mit. Ein schöner Abend.

Der Wanderer ist ein Typ, den jedes Dorf hat. Er kennt jeden und er mag, zumindest wenn er betrunken ist, jeden. Und jeder hat ein Recht darauf mit ihm zu sprechen. Ob man will oder nicht. Er kommt und ist voll. Er geht und ist voll. Und zwischendurch erzählt er dir jede Menge Geschichten. Und er kennt viele. Eigentlich kennt er alle. Trotzdem erzählt er dir nur eine. Immer wieder. Man wird ihn nur los, wenn man ihm jemanden zeigt, der unbedingt noch von seinen Erlebnissen erfahren muss. Je nach Größe des Dorfes kann man ihm schon einige Male begegnen. Und wenn man ihn nicht kennt, wird man ihn schon noch kennenlernen. Das ist keine Drohung, das ist ein Versprechen!

Am Ende bleibt festzuhalten, Dorffeste sind immer dieselben. Und dennoch, wir mögen sie alle!