Geschichten von der Straße 

Es gibt Dinge, die erwartet man auf einem Pizzabrötchen einfach nicht. Senf, zum Beispiel. 

Wenn man, so wie ich, den überwiegenden Teil des Tages auf der Straße verbringt, bleibt es manchmal nicht aus, dass man sich an der Tanke etwas für den kleinen Hunger zwischendurch holt. Meistens bleibt es bei der altbewährten Bockwurst, aber manchmal sieht etwas auch so verlockend aus, dass man doch mal etwas anderes nimmt. 

Wie zum Beispiel dieses kleine, aber feine Pizzabrötchen, welches die junge Dame hinter der Theke gerade aus dem Ofen genommen hat. 

Ich lächelte sie an und sie wusste sofort bescheid. Also sofort, nachdem ich ihr verständlich gemacht hatte, dass ich eines der Pizzabrötchen wollte. Es sah aber auch toll aus. Dick belegt, ordentlich überbacken, so richtig lecker eben. Sie warnte mich noch auf diese spezielle Tankstellenbediensteten-Art: “Is aber noch heiß, wa.” ich musste ihr versprechen, dass ich das leckere, mit Liebe gemachte Pizzabrötchen nicht sofort verspeisen würde. Gut, eigentlich musste ich ihr gar nichts versprechen, es war ihr auch total egal, ich tat es dennoch. Mir ging es einfach gut. Tank im LKW voll, alle Kunden abgefahren, der Feierabend ist zumindest realistisch zum Greifen nah und auf dem Tisch dieses heiße, dampfende Pizzabrötchen. Super. 

Und dann endlich war der Moment gekommen. Das Pizzabrötchen war so weit abgekühlt, dass die Gefahr einer Verbrennung dritten Grades zumindest minimiert ist. Ich beiße in das Brötchen und schmecke Senf. Ich mag Senf nicht. 

Verdammt, das ist ein PIZZAbrötchen! PIZZA! Ich weiß, man kann Pizza mit allen möglichen und unmöglichen Dingen belegen, aber niemals ist da Senf dabei! Es gibt einfach Dinge, die man auf einem Pizzabrötchen einfach nicht erwartet. Senf, zum Beispiel. Bäh.