Single in der Weihnachtszeit

Wenn man, wie ich, wenig Kontakt zur Familie hat, Single ist, und generell manchmal lieber allein ist, sollte man wenigstens eine Sache haben – einen Plan.

Nun ist es leider so, ich habe keinen. Ich bin da mehr so der spontane Mensch.

Eigentlich sind Pläne super! Sie bringen Ordnung ins Chaos, können Zeiten regeln, oder, wie mir jetzt wieder schmerzhaft bewusst wird, auch sicherstellen, dass man bestimmte Dinge nicht vergisst. Das Einkaufen vor Feiertagen, zum Beispiel.

Ich habe es mal wieder geschafft und habe nichts eingekauft. Yay….
So ein leerer Kühlschrank ist aber auch was feines. So viel Platz für Dinge, die man vergessen hat einzukaufen.

Döner! Mein erster Gedanke war tatsächlich “Döner”. Warum auch nicht? Steckt da doch alles christliche drin. Brot, welches geteilt wird, Kraut, das auch bei der Ente/Gans dabei ist, Fleisch vom Lamm (hat auch was damit zu tun). Christlicher ist nun wirklich nur noch die Kirche.
Nun begab es sich aber leider, dass der gute Mann vom Döner Direktvertrieb seinen Laden just an dem Tage schloss, an dem ich nach seinem Produkt hungerte, um mit seiner Familie ein schönes Weihnachtsfest zu genießen. So stand ich also vor verschlossener Tür. Was tun, fragte ich mich und beschloss an den einzigen Ort der Stadt zu pilgern, an dem es noch leuchtete. Die “Star” – Tankstelle. Der Weg war weit und gefährlich, es begegneten mir unzählige Ampeln, die mich aufzuhalten drohten, doch ich schaffte es. Der Stern am Himmel (eigentlich hängt er auf dem Dach, wegen der Werbung) leitete mich direkt zu ihm. Dort erwarteten mich zwei Gleichgesinnte, die da hießen Casper und Mel Schior. Sie rauchte, er erzählte. Ich ging in den Schiebetürenstall und steuerte direkt auf die Bockwurstkrippe zu. Die beiden folgten mir.

Um es kurz zu machen, die Bockwurst war lecker und ich glücklich.

Macht euch ein schönes Weihnachtsfest und denkt daran:

Pläne sind toll!
Bis Baltasar.

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Weihnachtsmarkt

Da ist sie wieder, die beruhigende Zeit der Weihnachtsmärkte. Ich freue mich…
Wer liebt es nicht, über völlig überfüllte Märkte zu “spazieren”, alle 3 Meter an einem Glühweinstand vorbeizukommen, dazwischen dann Duftkerzenstände und/oder Schmuckstände zu erspähen, die sich nur daran unterscheiden, dass dieselbe CD jeweils ein Lied weiter geskippt wird? Genau, ich. Ich liebe es nicht!

Weihnachtsmärkte sind grundsätzlich immer überfüllt, sie sind grundsätzlich immer dasselbe und sie sind grundsätzlich nie dann, wenn es schneit.

Grundsätzlich überfüllt
Menschen, Menschen überall. Der einzige Grund, warum man ewig braucht, um vom einen Ende zum anderen zu kommen, sind die Menschen. Verliebte Paare, die es nicht einsehen an engen Stellen mal hintereinander zu gehen um anderen die Möglichkeit zu geben an ihnen vorbei kommen zu können, volltrunkene Halbstarke, die in ihrer vollkommenen Männlichkeit beweisen müssen, wie mächtig stark sie sind, östrogengeschwängerte Pubertantinnen, die sich vor den Schmuckständen drängen um die “extremtolleweilniemandandershatdieausserderundder” Ketten zu bewundern, natürlich die ganzen jungen Eltern, die mit den Kinderwägen im Weg rum stehen und ihre plärrenden Bälger versuchen zu beruhigen und zum Schluss die ganzen Hundebesitzer, die ihre Trethupen immer dabei haben müssen und dich dann anschreien, weil die Hunde durch die vielen Menschen so überfordert sind, dass sie durchdrehen und möglicherweise aggressiv werden.

Grundsätzlich dasselbe
Es ist doch immer so. Du kommst auf dem Weihnachtsmarkt an und dich begrüßt erstmal ein Glühweinstand. Direkt danach kommt eine Fressbude, danach, zum runterspülen, ein Glühweinstand. Und dann geht es weiter mit Kerzen, Glühwein, Klamotten, Glühwein, Fressbude, Glühwein, Holzspielzeug, Glühwein, Losbude, Glühwein, Weihnachtsbaum, Glühwein, ein gelangweilter Alleinunterhalter (das sind die mit den total witzigen Namen, wie zum Beispiel Malle Maik oder Dj DEEJAY), Glühwein, Fressbude, Glühwein, etc. Nur die Variationen, zwischen den Glühweinständen, können sich abwechseln.
Was ich mich aber immer Frage, ist, wieviele Bratwürste kann Thüringen im Jahr produzieren, wenn es auf Weihnachtsmärkten nur “Original Thüringer Bratwürste” zu essen gibt?

Grundsätzlich nie dann,  wenn es schneit
Weihnachtsmärkte sind immer grau! Immer und überall. Wenn mal etwas vom Himmel kommt, dann ist es Regen. Letztes Jahr war das Wetter sogar noch so gut, dass wir in Berlin noch 2stellige Plusgrade hatten. Das perfekte Wetter also um sich im T-Shirt die Hände am Glühwein zu wärmen.
Selbst wenn es mal auf einem Weihnachtsmarkt geschneit hat, war es nicht schön, weil der Schnee auf dem Boden nach nur 4 Sekunden grau (oder braun, je nach Dichte der Hundehalter), weil einfach so viele Menschen unbedingt schnellschnell vom einen Ende zu anderen hetzen müssen.